Realschule Dornum startet Projekt „stern.klang.zeichen“

Realschule Dornum startet Projekt „stern.klang.zeichen“

Melodien zu Sternzeichen stehen im Laufe des Schuljahres im Fokus

 

Schüler strömen in den Rittersaal des Dornumer Schlosses, in der einen Hand ein Handy, in der anderen ein Xylophonschlägel. Das Handy in der Schule? Ja, heute schon. Es ist die erste Präsentation des Musikvermittlungsprojektes „stern.klang.zeichen“ an der Realschule Dornum, und das Handy kommt selbstverständlich auch zum Einsatz. Denn die Schüler nehmen die Klänge, die sie auf den Metallstäben erzeugen, mit der Handykamera auf und spielen sie danach in Endlosschleife ab.

Oben auf der Balustrade wartet schon der Hornist Joël Smits auf seinen Einsatz. Kaum haben die Schülerinnen und Schüler ihr klingendes Handy auf dem Fußboden platziert, spielt der niederländische Gastmusiker seine Melodie. Sie stammt vom Komponisten Karlheinz Stockhausen, der in seinem Werk TIERKREIS für jedes Sternzeichen eine solche Melodie geschrieben hat. Keine leichte Kost, aber die Schüler hören aufmerksam zu. Die Melodie ist kurz. Smits wiederholt sie noch zweimal, er spielt mit den Klangfarben. Dann werden die Handys wieder weggenommen, eines nach dem anderen, bis nur noch tiefe Keyboardklänge zu hören sind. Auch die verstummen schließlich. Applaus.

Die Krebs-Melodie war der Startpunkt zu einem Projekt, das sich über das ganze Schuljahr erstreckt. Jedes Sternzeichen zu seiner Zeit, und immer sind genau die Schülerinnen und Schüler dieses Sternzeichens aktiv beteiligt, insgesamt also zwölf kleine Projekte im Jahr. „Das geht in Dornum natürlich sehr gut“, freut sich Musiklehrer und Projektleiter Hauke Piper. Die Schule ist mit knapp 160 Schülerinnen und Schülern gut überschaubar, man kennt sich. Da ist es kein Problem, in jahrgangsübergreifenden Gruppen auch mit Schülern anderer Klassen zusammenzuarbeiten. Alle sind dabei.

In der Krebs-Gruppe waren neunzehn, und auch in der zeitgleich stattfindenden Gruppe zum Sternzeichen Löwe waren es nur 15 Schülerinnen und Schüler. Dort wurde unter der Leitung von Linda Peters von der Kunstschule Norden fieberhaft an einem Kurzfilm gearbeitet. Welche Eigenschaften werden dem Sternzeichen zugeschrieben? Begriffe werden gesammelt, illustriert, ausgeschnitten und zu einem Tableau zusammengefügt. Daraus entsteht dann Bild für Bild der Film, die Elemente werden immer ein kleines Stückchen weiterbewegt. „Stop-Motion heißt diese Technik“, erläutert Peters. Die dazugehörige Melodie von Stockhausen wird dann zum Schluss daruntergelegt. Das Projekt ist noch nicht ganz fertig geworden, dafür war die Zeit dann doch zu knapp bemessen. Aber es hat sich schon ein Schüler gefunden, der den Filmschnitt übernehmen und den Film fertigstellen möchte.

Also heißt es abwarten, auch für die Schülerinnen und Schüler, deren Geburtstag und damit auch Sternzeichenprojekt noch in weiter Ferne liegt. „Schade, ich habe erst im Dezember Geburtstag“, bedauert ein Schüler, Sternzeichen Schütze. Aber er darf sich freuen: Als Gastmusiker und Projektleiter ist dann der in Norden aufgewachsene Sebastian Wendt mit seiner Klarinette zu Gast. Man darf gespannt sein.

Ein solches Aufgebot an Gastmusikern und hochkarätigen Workshops ist natürlich nicht aus dem normalen Budget der Schule zu finanzieren. Das Projekt wird mit Mitteln der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkassenstiftung Aurich-Norden, der EWE Stiftung, der Klosterkammer Hannover und des Landkreises Aurich gefördert. Ausgewählte Sternzeichen werden übrigens im Mai 2018 auf den Dornumer Wandelkonzerten öffentlich präsentiert. Bis dahin lohnt sich vielleicht ein Blick auf die Projektseite sternklangzeichen.de.