Schule,Kunst Kultur

Schule, Kunst und Kultur im Zusammenklang

Niedersächsisches Modellprojekt SCHULE:KULTUR! endet / Realschule Dornum und Kunstschule Norden ziehen positive Bilanz

Jetzt glänzt sie wieder wie neu: Die Druckpresse im Kunstraum der Realschule Dornum wurde sorgfältig gereinigt und wieder in Betrieb genommen. Denn das gute Stück kam wieder zum Einsatz: Im Rahmen einer Projektwoche konnten sich die Schülerinnen und Schüler der Realschule Dornum in Projekte einwählen. Eines davon ist die Druckwerkstatt. Und da ist ein tadellos funktionierendes Werkzeug natürlich unabdingbar, ebenso wie hochwertige Farben und Papiere.

Es ist uns wichtig, mit gutem Material und besonderen künstlerischen Techniken zu arbeiten“, beschreibt die Leiterin der Norder Kunstschule Uta Jakob ihren hohen Anspruch.

Dieser Anspruch spiegelt sich auch an anderen Projekten, die die Norder Kunstschule in der Realschule anbieten konnte. Eine Wand im schuleigenen Kulturbüro wurde gestaltet, in einer Filmwerkstatt konnten die Schüler Grundlagen der Kameraeinstellungen und des Filmschnittes erwerben, sie konnten eine mittelalterliche Szene entwerfen und bauen, mit Schrift gestalten, einen Kurzfilm drehen, ein Land-Art-Projekt durchführen, und auch in das aktuelle Jahresprojekt „stern.klang.zeichen“ ist die Kunstschule eingebunden. Ein lebendiges Schul-Kultur-Leben hat sich da entwickelt. Und das alles in nur zwei Jahren.

Ermöglicht wurde die Kooperation durch die Teilnahme am niedersächsischen Modellprojekt SCHULE:KULTUR!. Das niedersächsische Kultusministerium und das Ministerium für Kultur sorgten gemeinsam mit der Stiftung Mercator für die passenden Rahmenbedingungen. Ziel des Vorhabens war es, Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge für kulturelle Aktivitäten und kreatives Schaffen zu begeistern. In den 40 Projektschulen in Niedersachsen sollten Kunst und Kultur stärker im Alltag der Kinder und Jugendlichen verankert werden. Drei Jahre lang wurde jede der Schulen und ihre außerschulischen Partner der kulturellen Bildung u.a. mit einer finanziellen Förderung, einem eigens entwickelten Fortbildungsprogramm, einer Beratung in den Bereichen der künstlerischen Fächer und der Schulentwicklung sowie durch zusätzliche Anrechnungsstunden unterstützt, um gemeinsame Kulturprojekte zu erarbeiten.

Das Projekt SCHULE:KULTUR! hat auch den Dornumer Schülerinnen und Schülern nicht nur aktive kreative Erfahrungen, sondern auch nachhaltiges Lernen durch Kulturelle Bildung ermöglicht. Dabei waren künstlerische Impulse der außerschulischen kulturellen Partner in das gesamte Schulleben wirksam. „Es geht um die Erfahrung: Ich kann etwas“, resümiert Uta Jakob das pädagogische Anliegen. Und der Musiklehrer der Realschule Hauke Piper ergänzt: „Das lässt sich auf die Schule übertragen: Wenn es gelingt, dass die Schüler Lernen als eine Chance begreifen, haben wir viel gewonnen.“

Auch wenn das niedersächsische Projekt erst einmal ausläuft, haben Uta Jakob und Hauke Piper schon erste Ideen, wie es weitergehen soll. Mit im Boot ist dann auch der Kunst- und Kulturverein Dornum. „Ein sinnvolles Dreierbündnis“, findet Piper. Denn Kunst und Schule teilen sich ja ohnehin das Dornumer Schloss – ein Juwel am Rande des Auricher Landkreises.

Realschule Dornum startet Projekt „stern.klang.zeichen“

Realschule Dornum startet Projekt „stern.klang.zeichen“

Melodien zu Sternzeichen stehen im Laufe des Schuljahres im Fokus

 

Schüler strömen in den Rittersaal des Dornumer Schlosses, in der einen Hand ein Handy, in der anderen ein Xylophonschlägel. Das Handy in der Schule? Ja, heute schon. Es ist die erste Präsentation des Musikvermittlungsprojektes „stern.klang.zeichen“ an der Realschule Dornum, und das Handy kommt selbstverständlich auch zum Einsatz. Denn die Schüler nehmen die Klänge, die sie auf den Metallstäben erzeugen, mit der Handykamera auf und spielen sie danach in Endlosschleife ab.

Oben auf der Balustrade wartet schon der Hornist Joël Smits auf seinen Einsatz. Kaum haben die Schülerinnen und Schüler ihr klingendes Handy auf dem Fußboden platziert, spielt der niederländische Gastmusiker seine Melodie. Sie stammt vom Komponisten Karlheinz Stockhausen, der in seinem Werk TIERKREIS für jedes Sternzeichen eine solche Melodie geschrieben hat. Keine leichte Kost, aber die Schüler hören aufmerksam zu. Die Melodie ist kurz. Smits wiederholt sie noch zweimal, er spielt mit den Klangfarben. Dann werden die Handys wieder weggenommen, eines nach dem anderen, bis nur noch tiefe Keyboardklänge zu hören sind. Auch die verstummen schließlich. Applaus.

Die Krebs-Melodie war der Startpunkt zu einem Projekt, das sich über das ganze Schuljahr erstreckt. Jedes Sternzeichen zu seiner Zeit, und immer sind genau die Schülerinnen und Schüler dieses Sternzeichens aktiv beteiligt, insgesamt also zwölf kleine Projekte im Jahr. „Das geht in Dornum natürlich sehr gut“, freut sich Musiklehrer und Projektleiter Hauke Piper. Die Schule ist mit knapp 160 Schülerinnen und Schülern gut überschaubar, man kennt sich. Da ist es kein Problem, in jahrgangsübergreifenden Gruppen auch mit Schülern anderer Klassen zusammenzuarbeiten. Alle sind dabei.

In der Krebs-Gruppe waren neunzehn, und auch in der zeitgleich stattfindenden Gruppe zum Sternzeichen Löwe waren es nur 15 Schülerinnen und Schüler. Dort wurde unter der Leitung von Linda Peters von der Kunstschule Norden fieberhaft an einem Kurzfilm gearbeitet. Welche Eigenschaften werden dem Sternzeichen zugeschrieben? Begriffe werden gesammelt, illustriert, ausgeschnitten und zu einem Tableau zusammengefügt. Daraus entsteht dann Bild für Bild der Film, die Elemente werden immer ein kleines Stückchen weiterbewegt. „Stop-Motion heißt diese Technik“, erläutert Peters. Die dazugehörige Melodie von Stockhausen wird dann zum Schluss daruntergelegt. Das Projekt ist noch nicht ganz fertig geworden, dafür war die Zeit dann doch zu knapp bemessen. Aber es hat sich schon ein Schüler gefunden, der den Filmschnitt übernehmen und den Film fertigstellen möchte.

Also heißt es abwarten, auch für die Schülerinnen und Schüler, deren Geburtstag und damit auch Sternzeichenprojekt noch in weiter Ferne liegt. „Schade, ich habe erst im Dezember Geburtstag“, bedauert ein Schüler, Sternzeichen Schütze. Aber er darf sich freuen: Als Gastmusiker und Projektleiter ist dann der in Norden aufgewachsene Sebastian Wendt mit seiner Klarinette zu Gast. Man darf gespannt sein.

Ein solches Aufgebot an Gastmusikern und hochkarätigen Workshops ist natürlich nicht aus dem normalen Budget der Schule zu finanzieren. Das Projekt wird mit Mitteln der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkassenstiftung Aurich-Norden, der EWE Stiftung, der Klosterkammer Hannover und des Landkreises Aurich gefördert. Ausgewählte Sternzeichen werden übrigens im Mai 2018 auf den Dornumer Wandelkonzerten öffentlich präsentiert. Bis dahin lohnt sich vielleicht ein Blick auf die Projektseite sternklangzeichen.de.

Klasse 6 besucht das Wasserwerk in Nethen

Klasse 6 besucht das Wasserwerk in Nethen

Das Trinkwasser für Ostfriesland wird ausschließlich aus Grundwasser gewonnen. Über Brunnen in einer Tiefe von 30 bis 90 m wird das Grundwasser zur weiteren Aufbereitung in das Wasserwerk gefördert. Doch was passiert nun eigentlich in einem Wasserwerk? Dafür besuchte die Klasse 6 im Rahmen des Chemieunterrichts den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV). Neben Informationen rund um die Trinkwasseraufbereitung und dem Wasserkreislauf erfuhren die Schüler, dass in Ostfriesland ca. 115 Liter pro Person am Tag verbraucht wird. Mit vielen neuen Ideen im Kopf, wie man Wasser sparen könnte, reisten alle zufrieden zurück. Ein rundum gelungener Vormittag.

Ritterspiele

Ritterspiele im Schloss Dornum

Sehr zum Vergnügen der Schüler fanden die diesjährigen Ritterspiele nicht in der Ferienzeit statt. So konnte die Schule in Kooperation mit den Ritterspielen ein Projekt iniziieren an dem nicht nur die Ritter, sondern auch die Schüler und Lehrer unserer Realschule großen Spaß hatten.

Die Schüler durften an verschiedenen Stationen alles über das Mittelalter und das damalige Leben im Schloss lernen. Ritter Kay sorgte für seinen Vortrag über die Schwertkampfkunst, die Rüstungen und Waffen für ein großes Interesse. Auch waren Stationen wie Mittelalterwelten Venetus, wo die Schüler alles über die Ebstorfer Weltkarte, Kräuterkunde und das Leben im Mittelalter erfuhren, sowie Bogenbahn, Seilerei, Steinmetzerei, Brotbacken, Schreibstube, Glasziehen und Schmuckherstellung, Tanzwerkstatt, Jonglage, Akrobatik, Schneiderein – Wolle bis Weben, Drechseln, Sternzeichen, Papiermachen, Theaterfechten und Filzen eine sehr schöne Alternative zu dem normalen Schulunterricht.

Klasse 6 nimmt an der Papierbootregatta auf Spiekeroog teil

Klasse 6 nimmt an der Papierbootregatta auf Spiekeroog teil

Kleistern, Schneiden, Basteln und Malen hieß es vor den Sommerferien für die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6. Unmengen an Kartons, Zeitung und Tapetenkleister wurden von vielen Eltern der Klasse gespendet und an drei Tagen verarbeitet. Nicht alle Boote konnten tatsächlich ins Wasser gelassen werden. Manche dieser Schmuckstücke mussten aufgrund von Konstruktionsfehlern schon vorher aufgegeben werden.

„Leinen los und Paddel ins Wasser“ hießt es dann am Freitag, den 11.08.2017 auf der wunderschönen Insel Spiekeroog. Mit insgesamt 8 Booten konnten sich unsere Schüler bautechnisch auf jedenfall sehen lassen. Nur leider waren die wenigsten auch wirklich wassertauglich. Mit Stechpaddel und Schwimmweste ging es lautstark und äußerst lustig in dem anspruchsvollen Wasser-Parcours im Spiekerooger Hafen um den fröhlichen Untergang. Nur ein Boot „unicorn“ erreichte tatsächlich mit beiden Skippern das Ziel und konnte den Applaus der 2000 Zuschauer sitzend entgegen nehmen.